26. und 27. April 2016, 20:00 Uhr
Theater Ballhaus Ost, Pappelallee 15, 10437 Berlin

"Merkwürdig, dass der größte humoristische Roman unseres Jahrhunderts über das Grausamste geschrieben wurde, was wir uns vorstellen können, den Krieg", schrieb Milan Kundera. Das Ausmaß an Gewalt und Blasphemie, das Jaroslav Hašeks Jahrhundertroman zugrunde liegt, wurde bislang kaum gewürdigt oder ging in Übersetzungen und Interpretationen verloren. Form legt sich über Inhalt, aus ethnischen Spannungen, dem Konfliktpotential in Vielvölkerstaaten und Krieg wird Folklore. Was aber, wenn man Hašek beim Wort nimmt, seine frühe Europa-Analyse und sein Psychogramm des ewigen Mitläufertums (gleichgültig ob tschechischer, österreichischer oder deutscher Provenienz) zum Ausgangspunkt einer Untersuchung von Demokratiefähigkeit und Stabilität im heutigen Europa macht?

 

Szenische Bearbeitung und Einstudierung unter der Mitwirkung von deutschen und tschechischen Künstlerinnen und Künstler für eine zweisprachige Version. Prager Theater der Helden