VIII. Festival tschechischer Kunst und Kultur              16. November 2009 - 31. März 2010
Festival Prag-Berlin

präsentiert der Öffentlichkeit in der Bundesrepublik Deutschland mit Theater- und Filmaufführungen, Konzerten, Ausstellungen und Lesungen sowohl Vertreter der jüngsten Künstlergeneration, als auch Künstler, die zur Zeit des Kommunismus als Dissidenten im Untergrund tätig waren oder in den Westen emigrieren mussten. Die Künstler vermitteln durch ihre Werke zugleich ihr Bild von der heutigen tschechischen Gesellschaft, denn Kunst und Kultur sind stets das Spiegelbild der jeweiligen gesellschaftlichen Befindlichkeit eines Volkes sowie dessen moralischer und geistiger Werte.
Durch all diese Aktivitäten trägt das Festival in entscheidendem Maße zur besseren Verständigung zwischen Deutschen und Tschechen und damit zugleich zum weiteren Zusammenwachsen in Europa bei. Mit seinen vielseitigen Angeboten weckt es bei Menschen aller Generationen das Interesse, sich näher mit dem jeweils anderen Land zu beschäftigen. Das Festival hilft darüber hinaus die bis heute teilweise noch weit verbreitete Unkenntnis der Kultur, Traditionen und Befindlichkeiten des jeweils anderen Volkes abzubauen, sowie die Sprachbarriere zu überwinden. Nicht zuletzt entsteht eine starke nachhaltige Wirkung: Es werden lang anhaltende Kontakte zwischen Künstlern verschiedener Genres aus beiden Ländern geknüpft. Durch die gegenseitige Inspiration entstehen immer wieder neue deutsch-tschechische Projekte. Somit bildet sich in kürzester Zeit ein Netzwerk von Kulturschaffenden und kulturellen Institutionen aus beiden Ländern heraus, die künftig der Motor für den bilateralen Austausch auf dem Gebiet der verschiedenen Künste sein werden. Damit erfüllt das Festival nicht nur gesellschaftliche, sondern zugleich auch eine politische Aufgabe.
Führende Politiker beider Länder haben die Bedeutung des Festivals von Anfang an erkannt. Seit dem ersten Jahrgang haben der Kulturminister Tschechiens und der Bundesrepublik Deutschland, der Regierende der Regierende Bürgermeister von Berlin, der Primator von Prag sowie der tschechische Botschafter in der Bundesrepublik Deutschland die Schirmherrschaft über das Festival übernommen.
Zur Geschichte des Festivals Tschechischer Kunst und Kultur und des deutsch-tschechischen Kulturprojekts „Erbe und Zukunft“
Im Bemühen um die gegenseitige Verständigung zwischen Deutschen und Tschechen haben die Initiatoren des Festivals langjährige und umfassende Erfahrungen gesammelt. Vorläufer des Festivals war eine seit 1977 andauernde kultur-politische Tätigkeit, die mit finanzieller Unterstützung des Kulturministeriums von Baden-Württemberg ins Leben gerufen worden war.
Auf Schloss Ellwangen trafen sich im Rahmen eines Sommerfestivals alljährlich tschechische und deutsche Künstler, um ihre künstlerischen Produktionen zu präsentieren. Zugleich kam es zu Begegnungen zwischen Exiltschechen mit ihren Kollegen aus der Heimat, die als Gäste nach Ellwangen kamen und sich an verschiedenen Symposien und Podiumsdiskussionen beteiligten.
Nach dem Sturz des Kommunismus wurden diese Aktivitäten ab 1990 in der Tschechoslowakei weitergeführt und ausgeweitet. Unter dem Titel „Erbe und Zukunft“ wurden in 73 Städten des Landes in Zusammenarbeit mit Kreis- und Regionalverwaltungen, Vereinen der deutschen Minderheit sowie tschechischen und slowakischen Kultureinrichtungen Ausstellungen, Theatervorstellungen, Konzerte, Vorträge und Podiumsdiskussionen veranstaltet. Diese internationale Zusammenarbeit stand unter der Schirmherrschaft der Außenministerien beider Länder.
Aus Anlass der Unterzeichnung der deutsch-tschechischen Erklärung im Jahre 1997 brachte der damalige tschechische Staatspräsident Vaclav Havel der Initiative „Erbe und Zukunft“ seinen tief empfundenen Dank für die bedeutende Hilfe zur Überwindung des gegenseitigen Misstrauens zwischen beiden Völkern zum Ausdruck und bezeichnete sie als „erfolgreiche Diplomatie der kleinen Schritte“.
Im Zuge dieses Projekts wurden der tschechischen Bevölkerung deutsche Künstler und Werke vorgestellt, die auf die gemeinsamen Traditionen beider Länder verwiesen. Angesichts von 150 Kulturveranstaltungen, die jährlich dem tschechischen Publikum geboten wurden, kann man davon augehen, dass die Mehrzahl der Bevölkerung Tschechiens heute mit der gegenwärtigen kulturellen Entwicklung und der kulturellen Tradition Deutschlands vertraut ist.
Doch war es nun nötiger denn je, das bestehende Informationsdefizit über die gemeinsamen kulturellen Traditionen und das gemeinsame kulturelle Erbe von Tschechen und Deutschen in der Bundesrepublik Deutschland abzubauen. Dies gelingt am besten dadurch, Aktivitäten des kulturellen und künstlerischen Schaffens aus Tschechien in Deutschland zu präsentieren, um bei der deutschen Bevölkerung ein Interesse dem Nachbarland zu wecken. Denn mit Tschechien hat Deutschland die längste gemeinsame Grenze. Daraus ergeben sich nicht zuletzt unzählige lebensnotwendige Kontakte, die das alltägliche Leben mitbestimmen.
Die Entstehung des Festivals der Tschechischen Kunst und Kultur war somit eine natürliche und notwendige Entwicklung einer Initiative, die heute bereits auf eine 32-jährige Geschichte verweisen kann und die grundlegend zu einem konstruktiven Dialog zwischen Deutschen und Tschechen beiträgt.
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