02.August 2008 - 31.März 2009 VII. Festival Tschechischer Kunst Und Kultur
Festival tschechischer Kunst und Kultur

präsentiert der Öffentlichkeit in der Bundesrepublik Deutschland mit Theater- und Filmaufführungen, Konzerten, Ausstellungen und Lesungen sowohl Vertreter der jüngsten Künstlergeneration, als auch Künstler, die zur Zeit des Kommunismus als Dissidenten im Untergrund tätig waren oder in den Westen emigrieren mussten. Die Künstler vermitteln durch ihre Werke zugleich ihr Bild von der heutigen tschechischen Gesellschaft, denn Kunst und Kultur sind stets das Spiegelbild der jeweiligen gesellschaftlichen Befindlichkeit eines Volkes sowie dessen moralischer und geistiger Werte
Darüber hinaus will das Festival Künstler aus beiden Ländern zusammenbringen und Impulse zu gemeinsamen Projekten im europäischen Kontext geben.
Mehrere Deutsch-Tschechische Koproduktionen sind durch Initiative des Festivals tschechischer Kunst und Kultur entstanden und werden weiter fortgesetzt. Dazu zählt beispielsweise das Projekt „Anne Franks Stimme“ - ein multikulturelles Theaterprojekt für deutsche und tschechische Jugendliche, das aus verbalem wie auch nonverbalem Theater und Musik besteht. Das Projekt ist als Aufklärungskampagne im Rahmen des gesamteuropäischen Projekts „Anne Frank“ für Grund- und Mittelschulen gedacht und wird gleichzeitig in Berlin und in Prag vorbereitet. Daran wirken junge Künstler (Musiker, Schauspieler, Tänzer) aus der Bundesrepublik Deutschland und Tschechien mit.
Angesichts zunehmender rechtsextremistischer Gewalt in den letzten Jahren trägt dieses Projekt zugleich zur „Prävention gegen Rechts“ bei. Durch das Zusammenwirken auf der Bühne lernen sich darüber hinaus die Künstler aus Deutschland und Tschechien besser kennen und geben ein praktisches Beispiel dafür, wie gegenseitige Vorurteile sowie kulturelle und sprachliche Grenzen und Unterschiede überwunden werden können.
Im Vordergrund eines weiteren Theaterprojektes „Kinder spielen für Kinder“ steht die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen aus beiden Ländern, die während der Vorbereitung und Durchführung des Projektes in zahlreichen verschiedenen Workshops erfolgt. Durch gegenseitiges Anspornen, Unterstützen und Lernen, entsteht ein anschauliches Beispiel für multikulturelle Toleranz und Anerkennung sowie den Abbau von Fremdenfeindlichkeit.
Wachgehalten soll auch das Interesse am tschechischen Film werden, der in den sechziger Jahren Weltgeltung errang. Was ist heute geblieben, wo allenthalben an 40 Jahre Prager Frühling erinnert werden soll? An selten zu sehenden Filmen soll an jene Zeit erinnert, aber vor allem soll einer Generation, die aus unterschiedlichsten Gründen nie die Gelegenheit hatte, jene Filme zu sehen, die Möglichkeit zu einer Begegnung geboten werden. Regisseure wie Jan Schmidt, Jan Němec oder Vojtech Jasný können davon authentisch Zeugenschaft ablegen. Erweitert wird dieses Bild vom Zustand der tschechischen Gesellschaft durch Dokumentarfilme von Kristina Vlachová, die sich mit den kommunistischen Verkrustungen und deren Verschweigen auseinandersetzt.
Durch all diese Aktivitäten trägt das Festival in entscheidendem Maße zur besseren Verständigung zwischen Deutschen und Tschechen und damit zugleich zum weiteren Zusammenwachsen in Europa bei. Mit seinen vielseitigen Angeboten weckt es bei Menschen aller Generationen das Interesse, sich näher mit dem jeweils anderen Land zu beschäftigen. Das Festival hilft darüber hinaus die bis heute teilweise noch weit verbreitete Unkenntnis der Kultur, Traditionen und Befindlichkeiten des jeweils anderen Volkes abzubauen, sowie die Sprachbarriere zu überwinden. Nicht zuletzt entsteht eine starke nachhaltige Wirkung: Es werden lang anhaltende Kontakte zwischen Künstlern verschiedener Genres aus beiden Ländern geknüpft. Durch die gegenseitige Inspiration entstehen immer wieder neue deutsch-tschechische Projekte. Somit bildet sich in kürzester Zeit ein Netzwerk von Kulturschaffenden und kulturellen Institutionen aus beiden Ländern heraus, die künftig der Motor für den bilateralen Austausch auf dem Gebiet der verschiedenen Künste sein werden. Damit erfüllt das Festival nicht nur gesellschaftliche, sondern zugleich auch eine politische Aufgabe. Führende Politiker beider Länder haben die Bedeutung des Festivals von Anfang an erkannt. Seit dem ersten Jahrgang haben der Kulturminister Tschechiens und der Bundesrepublik Deutschland, der Regierende Bürgermeister von Berlin, der Primator von Prag sowie der tschechische Botschafter in der Bundesrepublik Deutschland die Schirmherrschaft über das Festival übernommen.