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VI. Festival tschechischer Kunst und Kultur
4. August – 30. December 2007

Berlin – 24. u. 25. August 2007
jeweils 21:00 – 01:00 Uhr Unter den Linden, Gedächtniskirche, Hackescher Markt
Am Freitag, 24. August, beginnt in Berlin das Festival traditionell mit Projektionen der tschechischen Multimedial-Künstler Michael Bielicky und Kamilla B. Richter auf berühmte historische Gebäude der Bundeshauptstadt (Unter den Linden, Gedächtniskirche, Hackescher Markt). Im Rahmen ihres langfristig angelegten Projektes „Fallendes Leben“ haben sie sich für 2007 „Nachrichten“ zum Thema gemacht. In der Welt, die von Informationen überflutet ist, reduzieren sie mit ihrer bildlichen Umsetzung die täglichen Nachrichten und Sensations-Meldungen auf Schlagzeilen und Schlüsselworte. Ihre schnelle und universelle Bild-Sprache, die sich in Piktogrammen niederschlägt, kann von den zufällig vorbeigehenden Passanten sekundenschnell dekodiert werden, ohne dabei stehen bleiben zu müssen. Das „Spektakel mit zwei Projektoren“ wird in der Langen Nacht der Berliner Museen am Sonnabend, 25. August, wiederholt.

Insgesamt sind im Rahmen des diesjährigen Festivals der tschechischen Kunst und Kultur rund 20 Veranstaltungen in Berlin, Weimar, Meiningen, Erfurt, Hamburg, Leipzig und Hannover vorgesehen.
Ein Vorspiel gab es bereits Anfang August in Karlsruhe.
In der dortigen Nacht der Museen (04. August) führten die Medien-Künstler Bielicky und Richter bereits ihre Projektionen „Nachrichten“ vor. Den Abschluss des Festivals bildet am 20. Dezember ein Weihnachtskonzert im Berliner Roten Rathaus.

Falling Life - Nachrichten
Falling Life ist ein langfristig angelegtes Projekt, das zum ersten Mal in Berlin im Sommer 2005 im Rahmen des „Festivals tschechischer Kunst und Kultur vorgeführt wurde. Es repräsentiert das permanente Auftauchen und Verschwinden der Informationen in dieser Zeit und gleichzeitig weist es auf den Abstieg unserer westlichen, dekadenten Zivilisation hin.
Ein wichtiger Aspekt dieses Projektes ist der spezifische Gebrauch des öffentlichen Raumes nämlich als eines Kulturraumes. Die urbanen Projektionen benötigen weder einen Kurator noch eine Galerie; sie brauchen weder einen fixen Ort noch einen elektrischen Anschluss. Ohne einen großen Aufwand und ohne irgendwelche offiziellen Genehmigungen agieren wir mit unserer Ausrüstung in einer Projektionen-Guerilla-Art. Ausgestattet mit kleinen Stromgeneratoren, Projektoren und Laptops sind wir im Stande innerhalb weniger Minuten eine recht monumentale Präsens in der Infolandschaft der Grosstädte herzustellen.
Ein anderer wichtiger Aspekt von Falling Life ist  die Beschäftigung mit der Info-Umweltverschmutzung, in welcher wir heute leben. Die Informationsgesellschaft hat einen neuen Typus von Konsumenten kreiert – den Info-Konsumenten. Die am meisten konsumierten Informationen von heute sind die Nachrichten. Die Nachrichten bekommen mehr und mehr einen Unterhaltungscharakter – Infotainment! Die Produzenten von Nachrichten sind  die größten Info-Verschmutzter unserer Zeit.  Aber auch Künstler, Wissenschaftler, Intellektuelle und die Werbung produzieren meistens  Informationsrauschen und so steuern sie zu der infoekologischer Katastrophe bei.
Mit diesem Bewusstsein haben wir uns entschlossen eine stark reduzierte visuelle Sprache zu entwickeln und zwar als seine Alternative zu dem stark Infoverschmutzten  öffentlichen Raum
( städtischer Raum, Internet, TV, Druckmedien, Galerien, Museen usw.) Wir sind fest davon überzeugt, dass man den Gebrauch von Informationen in einer bewussten und ekologischen Weise einsetzen sollte und das sowohl im physischen, als auch im virtuellen Raum.
In unserer live Nachrichtenvisualisierung reduzieren wir den Inhalt nur auf die Schlagzeilen und Schlüsselworte, die am meisten im Internet in Erscheinung treten. Diese reduzierten Nachrichten werden dann von uns in eine dynamische, pictogramartige Sprache übersetzt, die bemüht ist, so universell und verständlich wie möglich zu sein. Da wir ausschließlich weiße Pictograme auf einem schwarzem Hintergrund darstellen, verschwindet automatisch das typische Videoviereck und so verwandeln wir die Architektur der Stadt zu einer neuen Form. Die schnelle und universelle Sprache kann von dem zufällig vorbeigehenden Zuschauer im Gehen dekodiert werden ohne stehen bleiben zu müssen. So hoffen wir mit unserer minimalistischen Datenvisualisierung  einen Beitrag zu dem Info-Ökologie-Paradigma beizutragen.

Stoppt InfoVerschmutzung!!!


Michael Bielicky und Kamila B.Richter


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